Weltcup Duisburg mit Melli und Kretzsche

Kanu

Der Kanu-Kracher von Duisburg Canadier-Duo mit DHfK-Mann Peter Kretschmer erkämpft zwei Weltcup-Siege / Kajak-Frauen ohne Medaille Duisburg. „Platt“, nennt Peter Kretschmer gestern Nachmittag seinen körperlichen Gesamtzustand. Mit der Gesamtsituation ist der Canadier-Spezialist vom SC DHfK nach dem Kanu-Kracher von Duisburg allerdings vollauf zufrieden. Erst der Weltcup-Sieg über die olympischen 1000 Meter am Freitag, tags darauf triumphiert der 26-Jährige mit seinem Magdeburger Partner Yul Oeltze erneut, diesmal über die halbe Distanz. Der Welt- und Europameister hat der Konkurrenz eine goldene Ansage gemacht. „Das war ein rundum gelungener Saison-Einstieg. Jetzt müssen wir auf den Körper hören und die Form bis zur Europameisterschaft in zwei Wochen halten“, sagt London-Olympiasieger „Kretsche“, der als Solist noch die 500 Meter fuhr und Vierter wurde. Überflieger Sebastian Brendel wurde im C1 über 500 Meter wie zuvor über 1000 Meter Dritter. „Mal sehen, ob ich den 500-Meter-Einer auch zur WM fahre. Zutrauen würde ich es mir. Zur EM aber werde ich mich auf die 1000 und die 5000 Meter konzentrieren“, sagte der Potsdamer. Insgesamt holte die DKV-Flotte sieben Siege, einmal Silber und fünf Mal Bronze. Das erfolgreiche Abschneiden wurde mit einem Grillabend im Bundesleistungszentrum an der Wedau gefeiert. Dort bereitet sich das Nationalteam in den nächsten anderthalb Wochen auf die EM in Belgrad vor. Ohne Schmuckplaketten blieben die sonst umjubelten Kajak-Frauen. „Leider“, bedauert Bundestrainer Kay Vesely aus Leipzig. Verbandspräsident Thomas Konietzko, der erfreuliche Fortschritte bei den Canadier Damen sah, fordert: „Wir müssen mehr tun.“ Mehr tun – okay, wenn alle Girls an Bord sind. Aus der ersten Garde tritt Franziska Weber aus Potsdam kürzer (Studium), Sabrina Hering-Pradler (Hannover) ist nach Verletzung erst eingestiegen, und das Leipziger LVB-Aushängeschild Tina Dietze versucht, nach ihrer Schulterverletzung wieder den Anschluss herzustellen. Einzig Elite-Kraft Steffi Kriegerstein aus Dresden powert los. Der Kajak-Vierer über 500 Meter kam hinter Neuseeland, Polen und Russland auf Platz vier. Das zweite deutsche Boot mit Jasmin Fritz (Magdeburg), Sarah Brüßler (Karlsruhe), Melanie Gebhardt (Leipzig) und Nina Krankemann (Magdeburg) wurde Sechster. DHfK-Athletin Gebhardt erreichte im Langstreckenrennen über 5000 m den vierten Rang. Laut Bundestrainer wird die 24-Jährige bei der EM im Einsatz sein. „Das eine oder andere Talent wird in den nichtolympischen Klassen eine Chance erhalten“, kündigte Konietzko an. Nach dem stressigen Wochenende gehen es die Paddler heute auf dem Wasser und an Land ruhiger an. Zu den Termin organisatorischer Art gehört das Fotoshooting für die neue Verbandsbroschüre, die traditionell die Athleten des Nationalteams im Kanu-Rennsport, Slalom und Parakanu sowie Trainer- und Betreuerstab vorstellt. Gestern überraschte die Mannschaft die Duisburger Macher mit einem aufgeschnittenen Kajak in pink samt Unterschriften der Asse. Das Kunstwerk erhält im gerade für 9,5 Millionen Euro aufgepeppten Gebäudekomplex einen Extraplatz.