World Games-Quali fix! Ardis Luda sichert sich Kanu-Marathon-Platz

Kanu Startseite

Kämpfte sich beim Weltcup auf Platz 13 und damit zu den World Games: SC DHfK-Kanutin Ardis Luda. Fotos (3): Sabine Luda

Mit Ardis Luda hat sich eine weitere Top-Athletin des SC DHfK Leipzig für die im Juli stattfindenden World Games (7.-17. Juli) in den USA qualifiziert. Nachdem bereits fünf Finswimmer ihr Ticket gelöst hatten, sicherte sich die 20-jährige Kanu-Marathon-Spezialistin beim Weltcup in Prag ihren Startplatz für den höchsten Wettkampf der nicht-olympischen Sportarten.

Leipzig/Prag/Lund. Großer Erfolg für Kanu-Marathon-Fahrerin Ardis Luda vom SC DHfK Leipzig! Die 20-Jährige hat sich erstmals für die World Games qualifiziert, den höchsten Wettbewerb der nicht-olympischen Sportarten, der vom 7. bis 17. Juli in Birmingham in den USA stattfinden wird. Den entscheidenden Schritt dafür machte die Leipzigerin, die seit zwei Jahren im schwedischen Lund studiert und trainiert, aber weiterhin für den SC DHfK startet, beim Weltcup in Prag.

26 schlauchende Kilometer auf der Moldau galt es zu überwinden, nachdem Ardis am Vortag bereits über die Kurzdistanz von 3,5 Kilometern als Siebte ein hervorragendes Ergebnis erzielt hatte. Ein sehr guter 13. Platz über die lange Distanz und die Platzierung als beste Deutsche brachten der SC DHfK-Athletin am Ende die World Games-Quali. „Dass ich an den World Games teilnehmen darf, ist schon krass und erscheint mir sehr groß“, sagte die 20-Jährige, zurück in ihrer Wahlheimat Schweden angekommen.

Nach dem Zieleinlauf in Prag hatte sich Ardis noch enttäuscht zurückgezogen. Was widersprüchlich klingt, zeigt jedoch nur, wie ehrgeizig die junge Kanutin ist. „Ich hatte nach dem Rennen das Gefühl, dass ich nicht die Leistung abrufen konnte, zu der ich eigentlich imstande bin. Nach Platz sieben am Vortag dachte ich, auch das zweite Rennen könnte richtig gut werden. Aber dann merkte ich kurz nach dem Start, dass ich nicht die Körner hatte, um ganz vorne mitzufahren“, schätzte Ardis selbstkritisch ein. Über 800 Kilometer im eigenen Auto mit Boot auf dem Dach, einen Zwischenstopp bei der Familie in Leipzig und eine Autofähre später, sah die Welt bei der Studentin aber schon wieder anders aus. „Zu wissen, dass in den USA nur zwei deutsche Sportler im Kanu-Marathon starten werden und ich eine davon bin, ist schon sehr besonders. 2019, als ich bei der WM in China erstmals von den World Games hörte, erschien mir das noch total unrealistisch“, sagt Ardis, die bereits im vergangenen Jahr bei der WM den Quotenplatz für Deutschland gesichert hatte, als sie nach ihrem U23-Rennen auch spontan bei der Elite eingesetzt wurde.

Ihre Heimtrainerin Anett Schuck, zweifache Olympiasiegerin im Vierer-Kajak und selbst erfolgreiche Kanu-Marathon-Fahrerin, war bei all diesen wichtigen Rennen an Ardis‘ Seite und fieberte in Prag mit Ardis‘ Mutter Sabine Luda an der Strecke mit. „Ich bin unglaublich stolz auf Ardis‘ Leistung und sehr beeindruckt, wie sie ihren Weg unbeirrt gegangen ist und noch immer geht. Ein Dank gilt da auch dem Sportgymnasium und meinen Kollegen, die es ermöglicht haben, dass Ardis und zum Teil auch ich diesen Weg gehen konnten. Da die Disziplin nicht gefördert wird, ist das alles andere als selbstverständlich. Um viele Dinge wie Trainingslager oder Material muss sich Ardis beispielsweise selbst kümmern – das ist in ihrem Alter sehr bemerkenswert“, so Schuck, die Ardis im Alter von 15 Jahren bei der Kanu-Marathon-WM in Brandenburg in die Welt der langen Distanzen einführte. Ardis‘ erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Ein Jahr später saß die Juniorin bereits im Nationaltrikot beim Weltcup im Boot, Teilnahmen bei Junioren-EM und -WM folgten. „Mir liegt die lange Strecke ganz gut und ich finde es spannend, dass man in den Marathon-Rennen je nach Verlauf immer wieder situativ entscheiden und Lösungen finden muss“, beschreibt Ardis ihre Faszination für den Sport, in dem auch ihre Mutter Sabine Luda erfolgreich war. Ihr größter Erfolg: WM-Silber 1998 mit Anett Schuck, die ihr jetzt aus der Ferne beratend zur Seite steht.

Im schwedischen Lund fühlt sich Ardis mittlerweile pudelwohl, studiert Physical Geography & Ecosystem Science, trainiert mal in der Trainingsgruppe ihres dortigen Vereins Lödde Kanotklubb, mal allein, mal auf dem nahegelegenen Fluss, mal im Kraftraum. Die Trainingspläne stimmt sie mit ihrer schwedischen Trainerin Åsa Eklund ab. In Vorbereitung auf die World Games werde sie auch mal zu ihren dänischen Kanufreunden nach Kopenhagen rüberfahren, so Ardis. Anfang Juli startet dann der Flieger in die USA. Die Kanu-Marathon-Wettbewerbe sind für den 11./12. Juli angesetzt, sie werden zum ersten Mal offiziell im Programm der World Games vertreten sein.